30. August 2010
Klinische Abteilung für biologische Psychiatrie

Psychopharmaka in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Kind mit Medikamenten, Foto: istockphoto
Die psychopharmakologische Behandlung stellt einen wichtigen Teil der Strategien im Gesamtbehandlungsplan eines kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten dar. Der Einsatz sollte jedoch dem kinder- und jugendpsychiatrischen Facharzt vorbehalten bleiben.
Motorische Funktionen sind nicht der einzige Aspekt in der Rehabilitation nach Hirnschädigung. Große Probleme können auch Defizite vonseiten kognitiver Funktionen, wie zum Beispiel Gedächtnis, Wahrnehmung und Kommunikation sowie Verhaltensauffälligkeiten, verursachen, die das funktionelle Outcome mindestens ebenso, wenn nicht in höherem Ausmaß bestimmen. Dies gilt insbesondere für die zwei quantitativ bedeutendsten Diagnosegruppen in der neurologischen Rehabilitation: den Schlaganfall und das Schädel-Hirn-Trauma.
Kaum eine andere Störung wird in der Medizin derart mit Nichtachtung gestraft wie das nicht entzugsbedingte Delir, obwohl es sich hier um eine häufige, in der Regel schwerwiegende Komplikation mit potenziell letalem Ausgang handelt.

O. Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Siegfried Kasper
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Wien
Siegfried Kasper, Susanne Lentner
Prim. Dr. Susanne Lentner
Anton-Proksch-Institut, Wien-Kalksburg
Die Erhebung des Auftretens und der Folgen psychischer Erkrankungen steht im Mittelpunkt der psychiatrisch-epidemiologischen Forschung. Demnach leidet etwa ein Viertel der Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren im Laufe eines Jahres unter einer psychischen Erkrankung. Obwohl die Erkrankungen häufig zu Arbeitsausfall führen und hohe Kosten verursachen, erhält nur ein Teil der betroffenen Personen eine entsprechende Behandlung.

Psychiatrische Erkrankungen sind zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt. Eine mögliche Ursache ist der Einfluss der Sexualhormone auf die Gehirnstruktur und neuronale ignalübertragung. Ein Überblick der Interaktion zwischen Sexualhormonen und Gehirn sowie Implikationen für die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen bei Frauen.

Die Lebenszeitprävalenz der Schizophrenie liegt zwischen 0,5 und 1,6 Prozent, wobei die Erkrankung bei mehr als der Hälfte der Patienten vor dem 30. Lebensjahr beginnt. Ein Überblick der Ätiopathogenese, Diagnostik, Erkrankungsformen, pharmakologischen und psychotherapeutischen Behandlungsstrategien.

Schlaganfall ist nach kardiovaskulären und Krebserkrankungen weltweit die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für eine schwere Behinderung im Erwachsenenalter. Ein Überblick der Ursachen mit Fokus auf das jüngere Erwachsenenalter sowie wichtige Aspekte der Diagnose und Akutbehandlung des ischämischen Schlaganfalls.

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Generische Psychopharmaka werden in der Psychiatrie breit verwendet und sind in letzter Zeit häufig sowohl in Fachkreisen als auch in den Medien diskutiert worden. Die Zulassung von Generika ist national und international geregelt, und auf EU-Ebene ist zurzeit eine Überarbeitung der seit 1998 vorhandenen Richtlinien in Ausarbeitung. Da sowohl niedergelassenen Ärzten als auch Spitalsärzten häufig die Frage gestellt wird, ob denn generische Psychopharmaka gleich wirksam und mit einer vergleichbaren Nebenwirkungsrate behaftet sind wie die Originalpräparate, soll das vorliegende Konsensus-Statement österreichischer Fachkräfte dazu beitragen, das Thema auf eine rationale Grundlage zu stellen.

Eine eitrige Hirnhautentzündung stellt einen äußerst akuten neurologischen Notfall dar. Die Prognose einer bakteriellen Meningitis hängt neben dem neurologischen und dem Allgemeinzustand des Patienten von der schnellstmöglichen korrekten Antibiose und dem Management von Komplikationen ab. Hierbei ist das Befolgen eines klaren Algorithmus essenziell.

In den vergangenen Jahren haben psychotherapeutische und insbesondere psychoedukative Verfahren eine besondere Bedeutung bei der Behandlung bipolarer affektiver Störungen erhalten. Die wissenschaftlichen Arbeiten verschiedener Gruppen konnten zeigen, dass Psychoedukation bei bipolaren Störungen zu Verbesserungen der Behandlungscompliance, des Informationsstands der Patienten, der Symptomatik, des psychosozialen Funktionsniveaus sowie zu subjektiven Verbesserungen der Lebensqualität führt.

Schlucken ist ein hochkomplexer physiologischer Prozess. Störungen der Schluckfunktion treten sehr häufig im Verlauf neurologischer Erkrankungen auf. Um neurogene Dysphagien frühzeitig zu erkennen und ihre Folgen wie Mangelernährung und Aspirationspneumonien zu vermeiden, steht die gezielte Anamnese im Vordergrund.

Die innere Uhr bestimmt nicht nur, wer morgens schwungvoll aufsteht – sie wirkt auch auf die Psyche. So sind Störungen des zirkadianen Rhythmus ein wesentlicher pathophysiologischer Bestandteil affektiver Erkrankungen. Als Modellerkrankung für chronobiologische Störungen gilt die saisonal abhängige Depression.

Gerade die medikamentöse Therapie von Schwangeren stellt Psychiater vor eine besondere Herausforderung. Es gilt, die Mutter einer adäquaten Therapie zuzuführen und gleichzeitig das teratogene Risiko minimal zu halten. Ein Überblick über häufige Störungen und deren Behandlung.

Die soziale Phobie, eine Erkrankung mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 16 Prozent, ist eine Angststörung, die erst im letzten Jahrzehnt stärker in den Fokus neurowissenschaftlicher Untersuchungen gelangt ist und deren Neurobiologie nun auch mit neuesten Techniken wie Positronen-Emissionstomographie (PET) und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) erforscht wird.

DFP-Literatur: Fach Psychiatrie
Epileptische Anfälle stellen die klinischen Manifestationen von exzessiven, hypersynchronen Entladungen von Nervenzellen des zerebralen Kortex dar. Die klinische Symptomatik der Anfälle wird durch die Funktion der jeweils betroffenen Nervenzellverbände bestimmt, wobei Störungen höherer Hirnfunktionen, Bewusstseinseinschränkungen, abnorme sensorische oder psychische Empfindungen, motorische Entäußerungen und schließlich generalisierte Krämpfe auftreten können.

ADHS wird traditionellerweise als psychiatrische Erkrankung des Kindesalters aufgefasst. In den letzten Jahren mehren sich Hinweise, dass sich ADHS bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht einfach „auswächst“, sondern bei einem Großteil der Betroffenen auch im Erwachsenenalter bestehen bleibt.

Patienten mit depressiven Störungen klagen mehrheitlich auch über körperliche Symptome. Das Konzept der „Somatisierung“ ist ein Versuch, diese Patienten zu charakterisieren.

Die GAD ist eine Erkrankung, die zum Teil schwer wiegende psychosoziale Beeinträchtigungen mit sich bringt und die für die Betroffenen oft mit einem langen Leidensweg einhergeht. Unter Berücksichtigung moderner diagnostischer und therapeutischer Gesichtspunkte ist die GAD eine gut behandelbare Krankheit.

Die depressiven Phasen einer bipolaren Störung führen häufiger zu Hospitalisierungen und suizidalem Verhalten als manische oder gemischte Episoden. Um eine adäquate Therapie für die bipolare Depression zu etablieren, wurden im Vorjahr international gültige Richtlinien ausgearbeitet.

Suizide und Suizidversuche stehen besonders häufig in engem Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen, allen voran depressiven Erkrankungen: Eine ungenügende Behandlung von Depressionen führt zu einer Verdreifachung des Suizidrisikos.
Metabolische Störungen bei Patienten mit psychischen Erkrankungen stellen sich immer mehr als epidemiologische und gesundheitspolitische Herausforderung für Psychiater, Internisten und Allgemeinmediziner dar.

Epilepsien erhöhen das Risiko motorischer, kognitiver und affektiver Entwicklungsstörungen, von Verhaltensauffälligkeiten und sozialen Schwierigkeiten. Grundsätzlich soll daher die psychiatrische Anamnese fixer Bestandteil der klinischen Untersuchung sein.

In den letzten Jahren haben sich die Therapieoptionen zur Behandlung des neuropathischen Schmerzes deutlich verbessert.Vor diesem Hintergrund bedarf es einer sorgfältigen Abwägung von erwünschten und unerwünschten Nebenwirkungen der Behandlung und dem Wissen um die Wirksamkeit der verschiedenen Substanzen.

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