30. August 2010
Klinische Abteilung für biologische Psychiatrie

AKTUELLE PROJEKTE DER KLINISCHEN ABTEILUNG FÜR BIOLOGISCHE PSYCHIATRIE

Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Wien
Abteilungsvorstand: O. Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. S. Kasper

Klinische Psychopharmakologie
  • Kontrollierte Untersuchungen von neuen Antidepressiva, Neuroleptika, Anxiolytika, Nootropika und Opiatsubstitutionstherapien hinsichtlich besserer Effizienz bzw. Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu den bereits am Markt befindlichen Medikamenten.

  • Biologische Prädiktoren für das Ansprechen auf Psychopharmaka.

  • Genetische Determinanten für das Ansprechen bzw. die Nebenwirkungsrate von Psychopharmaka.

  • Studien zu therapieresistenten Depressionen.

  • Studien zur therapieresistenten Schizophrenie.

  • Kombination von Antidepressiva und “Bibliotherapie” bei PatientInnen mit Teil-Remission.


Brain-Imaging
  • Stoffwechselaktivität im zentralen Nervensystem bei psychiatrischen Erkrankungen, Beurteilung zentralnervöser Rezeptoren durch die SPECT-Technik (HMPAO-SPECT, IBZM-SPECT für Dopaminrezeptoren, ß-CIT SPECT für Serotonin- und Dopaminwiederaufnahmetransporter, ADAM-SPECT). Diagnostische und psychopathologische Dimension.
  • Magnetresonanz-Tomographie bei psychiatrischen Erkrankungen, klinischer Stellenwert.
  • Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) zur Quantifizierung zerebraler Metaboliten bei depressiven Patienten (u.a. Inositol, Creatin) bei Depression.
  • Positronen-Emissionstomographie (PET) in Kooperation mit anderen Einrichtungen des Allgemeinen Krankenhauses.
  • Beurteilung zentralnervöser Rezeptoren bei Essstörungen. Computertomographische Untersuchungen bei PatientInnen mit Opiatabhängigkeit. Pathophysiologische Gegebenheiten vor der Psychopharmakotherapie könnten genauer charakterisiert werden und dadurch die PatientInnen einer zielgerichteteren Behandlung zugeführt werden.
  • Depression, Angsterkrankungen, Rezeptorimaging, Metabolismus.
  • Durchführung von fMRI und Voxel Based Morphometry Studien am NIH, NIMH, Clinical Brain Disorders Branch, Bethesda, MD, USA.
  • Bildgebende Verfahren zur Bestimmung der Rezeptorokkupanz verschiedener Psychopharmaka.


Chronobiologie
  • Lichttherapie und Schlafentzug als mögliche nicht-pharmakologische Behandlungsverfahren, Indikation und Effizienz.
  • Bedeutung von Depletionstests, sowie weiterer neurophysiologischer Parameter.
  • Chronobiologische Charakteristika bei psychiatrischen Erkrankungen (affektiven Erkrankungen, Essstörungen, etc.).
  • Lichttherapie, psychopharmakologische Therapie, transkranielle Magnetstimulation, genetische Untersuchungen sowie Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren und Aktigraphie bei der saisonal abhängigen Depression.


Neuroendokrinologie, Biochemie
  • Serotonin-, Noradrenalin-Depletionstest zur Beurteilung der Pathophysiologie verschiedener psychiatrischer Erkrankungen (saisonal abhängige Depressionen, kurzdauernde wiederkehrende Depressionen, Essstörungen, etc.)


Genetische Forschung und Molekulare Psychiatrie
  • Molekulargenetische Studien bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen wie affektiven Störungen, Autismus, Schizophrenie, bipolaren Störungen, Gilles de la Tourette Syndrom, etc.
  • Molekulargenetische Studien zur Pharmakogenetik, dem differentiellen Therapieansprechen bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen: Neuroleptika, Antidepressiva, etc.
  • Pharmakogenetische Studien hinsichtlich Therapienebenwirkungen, wie tardive Dyskinesie etc.
  • Molekulare Studien aus dem Bereich von Drogenerkrankungen, auch hier sowohl pharmakogenetische als auch nosologische Grundlagenforschung.
  • Zytogenetische Untersuchungen bei psychotischen Störungen.
  • Molekulargenetische Fein-Kartierung des Chromosoms 3 bei psychotischen Störungen (Kopplungs- und Assoziationsstudien).


Sucht
  • Entwicklung neuer Detoxifikationsstrategien bei Opiatsucht und Mehrfachabhängigkeit.
  • Substitutionsprogramm für schwangere Abhängige.
  • Biologische Untersuchungen bei Suchterkrankungen (bildgebende Verfahren, Neurophysiologie, etc.)
  • Abstinenzorientierte Behandlung und Substitutionstherapie (Methadon oder retardierte Morphine)
  • Buprenorphin in der Therapie Opioidabhängiger auch in Kooperation mit niedergelassenen AllgemeinmedizinerInnen unter dem Aspekt der Qualitätssicherung
  • Orales retardiertes Morphin in der Anwendung Opioidabhängiger auch in Kooperation mit AllgemeinmedizinerInnen
  • Psychometrische Untersuchungen bei opioidabhängigen Patienten.


Essstörungen
  • Effizienz neuerer Antidepressiva bei Bulimia nervosa, Adipositas
  • Serotonerge Aktivität bei Essstörungen (Tryptophan-Depletionstest, Citalopram-Bindung an Thrombozyten).
  • Entwicklung und Überprüfung ambulanter psychotherapeutischer Kurztherapien bei Patientinnen mit Essstörungen.
  • Bildgebende Verfahren hinsichtlich Serotonin- und Dopamintransporterdichte (ß-CIT SPECT)
  • Essverhaltensstörungen, psychiatrische Komorbidität und Lebensqualität bei schwer übergewichtigen PatientInnen, die sich einer Magenbandoperation unterziehen.


Forensik
  • Untersuchungen zur Straffälligkeit schizophrener PatientInnen.
  • Untersuchungen zur Prophylaxe für Sucht und Delinquenz in der ambulanten Behandlung forensischer DrogenpatientInnen und Arbeiten zu forensisch-psychiatrischen Folgewirkungen durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen (Unterbringungsgesetz).
  • Psychopathie und Pseudopsychopathie bei delinquenten Schizophrenen.
  • Vergleich ätiologischer Krankheitskonzepte von Schizophrenie in verschiedenen Kulturen.
  • Familienstrukturen als potentieller Kriminalitätsfaktor bei delinquenten Schizophrenen.
  • Tötungsdelikte und psychiatrische Störungen: Retrospektive epidemiologische Studie zu Tötungsdelikten von 1975 bis 1999 in Verbindung mit Verurteilungen nach §21/1 StGB.


Frauenspezifische Themen
  • Depressions- und Drogenforschung.
  • Psychopathologie und Unterschiede im Inanspruchnahmeverhalten vorhandener Behandlungsmöglichkeiten von depressiven Patientinnen im Vergleich zu depressiven Männern.
  • Mit drogenabhängigen Schwangeren konnte in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik und der gynäkologischen Abteilung am AKH ein sowohl für das Kind als auch für die Mutter normatives Setting erarbeitet werden.


Gerontopsychiatrie
  • Klinisch-pharmakologische Studien zur Entwicklung neuer Medikamente in der Demenztherapie.
  • Forschung zum Problem des postoperativen Verwirrtheitszustandes.
  • Prospektive Untersuchung (gerontologische Kohortenstudie) dementieller Erkrankungen in Kooperation mit SMZ-Ost (Transdanubienstudie). Demographie, Epidemiologie und biologische Variablen.
  • Grundlagenforschung
  • Epidemiologisch-sozialpsychiatrische, psychotherapeutische und klinisch-biologische Forschung zu Demenzen, Angst, Depression, Delir und Verhaltensstörungen alter Menschen


Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
  • Therapieansprechen: Kontrollierte Studien bei depressiven Patienten.
  • Klinische Evaluation der Effektivität der TMS.
  • Therapie-Ansprechen bei saisonal abhängiger Depression.


Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
  • Therapieansprechen bei EKT: Einfluss verschiedener Parameter
  • Fortlaufende Erfassung des aktuellen Wissenstandes zur Optimierung des klinischen Procederes, Verlaufsbeschreibungen
  • Klinische Evaluation von Erhaltungs-EKT


Lumirubinbildung durch Lichttherapie
  • Es wird untersucht, ob während der Lichttherapie bei Erwachsenen Bilirubin in Cyclobilirubin = Lumirubin umgewandelt wird


Psychopathologische Forschung
  • Klinische Syndromforschung
  • Persönlichkeitsforschung (u.a. Persönlichkeit als Prädiktor des Therapieansprechens).
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) (u.a. Vergleich von Lebensqualität bei Depression und CFS)
  • Recurrent Brief Depression
  • “Gender”-spezifische Syndrom- und Symptomerfassung (z.B. “Männerdepression”)


Psychotherapeutische Forschung
  • Stationäre kognitiv-verhaltenstherapeutische Psychotherapie
  • Bibliotherapie bei depressiven Patienten (u.a. Effizienz, Prädiktoren des Ansprechens)


Arzneimittelsicherheit
  • Retrospektive Erfassung fataler Intoxikationen durch Psychopharmaka
  • Prospektive Studie zur Erfassung der Suizidmethoden und der psychiatrischen Diagnosen von Suizidopfern
  • Erfassung von Intoxikierten am Institut für Gerichtliche Medizin und an der Notfallmedizin zur Bewertung unter psychiatrischen Aspekten
  • Laufendes Monitoring von Arzneimittelnebenwirkungen
  • Stichtagserhebung von Arzneimittel-Verordnungen


Stationäre Behandlung manischer Störungen
  • Retrospektive Datenanalyse bei allen von 1997 bis 2002 an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie behandelten PatientInnen mit manischen Störungen


Metabolische Störungen durch atypische Antipsychotika
  • Prospektive Erfassung von Glukose- und Fettstoffwechselstörungen unter antipsychotischer Therapie im stationären Setting


Therapieresistente Depression
  • Therapieresistenz auf Antidepressiva und Umstellungsstrategien
  • Epidemiologisch/retrospektive und pharmakologisch/prospektive Studie bei therapieresistenten Depressionen
  • Pharmakologische Therapiestrategien

Jahresbericht 2008

der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Medizinische Universität Wien

>> zum Download

Jahresbericht 2007

der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Medizinische Universität Wien

>> zum Download
Bild
Abteilung für Biologische Psychiatrie, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, MUW Wien

AKH Wien, Klinische Abteilung für Biologische Psychiatrie
1090 Wien, Währinger Gürtel 18–20

Leiter: O. Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Siegfried Kasper

Tel.: +43/1/40 400-3568
Fax: +43/1/40 400-3099